Meine Erfahrungen im 2. Semester

Meine Erfahrungen im 2. Semester

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe ihr hattet tolle Ferien und seid bereit für das kommende Semester! 🙂

Heute habe ich einen Blogeintrag über mein Medizinstudium im 2. Semester für euch. Das hier sollen weder die perfekten Tipps, noch ultimative Pläne wie man durchs Studium kommt werden, sondern es sind einfach meine Erfahrungen, die ich mit euch teilen möchte und kleine Ratschläge, die nicht immer helfen müssen, aber können. Natürlich gehört dazu, dass ich über ein paar Bücher, Vorlesungen und co schreibe, jedoch kann ich immer nur aus meiner Perspektive berichten und euch nicht versichern, dass es euch genauso ergehen wird bzw. dass euch die gleichen Bücher wie mir gefallen. Daher nehmt es als Inspiration, macht eure eigenen Erfahrungen und bildet euch eure eigene Meinung! 🙂

Das 2. Semester bestand aus dem Präpkurs (das Hauptereignis!), Physikpraktikum, Chemiepraktikum, Histologie und den Vorlesungen (Anatomie und Psychologie).
Ich persönlich fand den Präpkurs das absolute Highlight. Natürlich hatte ich vor Beginn Angst vor meiner Reaktion, denn man kennt ja die Horrorgeschichten, wie Studenten in Ohnmacht gekippt sind oder sich übergeben mussten usw. Aber ich habe mir vorher viel mehr Stress gemacht, als im Endeffekt notwendig war. Ich hatte weder Probleme mit dem Geruch, noch damit die Körperspender zu sehen. Anfangs war es etwas komisch, aber das ist auch richtig so, denn nur so hat man den nötigen Respekt vor dem, was die Körperspender für uns getan haben und welche Art des Lernens sie uns ermöglichen. Nach einigen Stunden Präpkurs wurde es zur „Normalität“ und ich habe nicht mehr darüber nachgedacht, sondern einfach die Arbeitsaufträge durchgeführt. Es hat mir wirklich großen Spaß gemacht und ich fand es äußerst interessant. Aber auch hier teilen sich die Meinungen, denn nicht jeder präpariert gerne – was auch völlig in Ordnung ist, denn es wäre doch schlimm, wenn wir alle gleich wären, oder?! Ich kann nur für Leipzig sprechen, aber hier war es kein Problem wenn man nicht so häufig präparieren wollte, solange man sich trotzdem eingebracht hat und die Kommilitonen durch Vorlesen aus dem Atlas oder der Präparieranleitung unterstützt hat. Jedem liegt ein anderes Fach gut, also sollte man nicht gleich den Kopf in den Sand stecken, wenn man merkt, dass der Präpkurs nichts für einen ist. Ich persönlich denke, dass man nicht mit Angst oder Furcht daran gehen sollte, sondern mit Neugier und Respekt, denn nur so kann man alles wichtige mitnehmen und das volle Potential ausschöpfen. Ansonsten fand ich das Semester auch wegen der Praktika ziemlich interessant, denn jetzt machte die Theorie auf einmal Sinn. Vorher waren es immer nur irgendwelche Formeln und Wörter, die ich auswendig gelernt  habe, aber erst durch die Praktika habe ich begriffen, was ich da gelernt habe. Daher keine Angst vor den Pflichtveranstaltungen – die machen, wenn man sich drauf einlässt echt Spaß (im Gegensatz zu den Vorlesungen und dem ganzen Lernen!)
Aber jetzt komme ich mal im Detail zu den einzelnen Fächern.

  1. Anatomie

Für Anatomie habe ich die duale Reihe, die Sobotta Atlanten, die Sobotta Lernkarten, das Lehmanns Facts Büchlein, die Endspurthefte und mein Skelett bzw. andere Modelle genutzt. Das wichtigste ist, dass man schnell seine eigene Lernmethode herausfindet und diese dann durchzieht. Für mich war es eindeutig das Schreiben. Ich habe mir immer 1 Woche Zeit genommen eine Zusammenfassung Anhang des Lernzielkataloges mit der dualen Reihe zu machen und dann 1 Woche, um die Zusammenfassung auswendig zu lernen. Am meisten haben mir dabei Modelle und mein Skelett geholfen, denn ich kann mir Strukturen nur dann merken, wenn ich sie begriffen und gesehen habe. Ansonsten fand ich es immer sehr hilfreich gemeinsam mit einer Freundin zu lernen, denn dann konnte man sich alles gegenseitig erklären und sich abfragen. Da im Präpkurs sowieso mündlich geprüft wurde, hat das für mich am meisten Sinn gemacht. Außerdem konnten wir uns so die Themen aufteilen und gegenseitig beibringen, sodass jeder ein bisschen was gelernt hat. Was mich auch immer weitergebracht hat war das Eigenstudium. Dabei hat man die Chance die gelernten Strukturen nochmal direkt am Präparat zu suchen, sodass man Sicherheit für die mündliche Prüfung gewinnt. Ich konnte mir dadurch die Muskel- und Arteriennamen viel schneller und besser einprägen. Meistens bin ich direkt zu Beginn hingegangen, sodass noch nicht so viel Kommilitonen da waren und ich in Ruhe mit meiner Freundin alles anschauen konnte. Um so häufiger ich alles am Präparat durchgegangen bin, um so sicherer war ich mir für die Prüfung. Dabei ist es ratsam vorher die Strukturen gelernt zu haben, sodass man am Präparat nicht völlig ahnungslos steht. Da es immer 2 Termine für das Eigenstudium gibt, habe ich den Lerninhalt (was ja sowieso 2 Themenkomplexe waren) zu spalten und erst das eine Thema zu lernen und am Präparat zu üben und danach dann das andere Thema zu lernen und am Präparat zu üben.
Ansonsten läuft der Präpkurs sehr entspannt ab. Man kommt (fast) jeden Morgen zur gleichen Zeit und kann sich mit seiner Gruppe allein einteilen (wobei das auch Dozenten abhängig ist, manche sind da strenger und andere lockerer). Wenn man ungern präparieren möchte oder wem das einfach keinen Spaß macht muss auch nicht zwangsläufig präparieren, da es meistens genügend andere gibt, die unbedingt in der ersten Reihe stehen wollen. Am Anfang muss jeder mithelfen, da viel zu tun ist (aber relativ simple Sachen, also keine Bange!), aber um so mehr Zeit vergeht, desto weniger Platz ist am Tisch und desto weniger Gebiete sind zu bearbeiten. Zum Ende hin konnten nur noch 3 Studenten präparieren, während der Rest seine Zeit abgesessen hat oder gelernt hat. Und nein, man darf nicht einfach nicht kommen, sondern muss hin.
Da jeder ein eigenes Schließfach hat finde ich es ratsam sich dort richtig einzunisten. Ich hatte immer eine dünne lange Hose, Schuhe, Einmal-Kittel, Handschuhe, Präpbesteck, einen Präparieratlas, die Präparieranleitung, meine Zusammenfassungen, Deo, Desinfektionsmittel usw. in meinem Spind. Da der Präpkurs im Frühjahr/Sommer stattfindet und eine lange Hose und geschlossene Schuhe Pflicht sind (und die Schuhe sowieso leiden werden), war es echt praktisch immer Wechselsachen da zu haben. Ach und das man danach fürchterlich stinkt ist normal, daran gewöhnt man sich 😀 Noch ein kleiner Tipp: Reserviert euch frühzeitig euren Spind, dann könnt ihr euch einen in einer angenehmen Höhe und am Rand sichern, denn wenn alle los wollen ist es immer ziemlich eng und voll.

Hier ein kurzer Einblick in den Ablauf:  Nachdem alle (pünktlich hahaha) eingetrudelt sind kommt der Dozent und bespricht mit euch den Plan für die kommenden Stunden. Dann teilt ihr euch ein und fangt mit der Arbeit an. Wenn ihr euch unsicher seid könnt ihr jederzeit die Tutoren (ca. 2 Stundeten aus dem höheren Semester pro Seminargruppe) fragen oder gemeinsam mit euren Kommilitonen und einem Atlas erarbeiten worauf ihr achten müsst. Eine Viertelstunde vor Ende räumen alle gemeinsam auf und waschen ihr Präpbesteck ab (Tipp: Geht vielleicht 5min eher los, sonst steht ihr an den Waschbecken an). Einige schauen sich dann nochmal die Präparate an, um zu sehen, was die anderen geschafft haben. Dann noch schnell Hände waschen + desinfizieren, umziehen und ab zur Mensa!
Zu den Vorlesungen bin ich ehrlich gesagt nie gegangen, da ich mir Anatomie selber erarbeiten und anschauen muss.
Was passiert, wenn man durchfällt? Wenn man ein Mal in den 5 Testaten durchfällt, muss man am Ende des Semesters in eine mündliche Nachprüfung zu dem Themenkomplex, bei dem man durchgefallen ist – jedoch bei einem anderen, zufälligen (meist netten) Prüfer. Sollte man dann nochmal durchfallen oder bei 2 oder mehr von den 5 Testaten durchgefallen sein muss man in das schriftliche Rigorosum. Das ist eine Art Parcours. Man bekommt einen Zettel mit Fragen und muss dann von Tisch zu Tisch gehen und zu dem markierten Bereich die Frage beantworten.
Also keine Sorge, selbst wenn man mal durchfällt ist alles noch machbar! Natürlich ist es angenehmer direkt alle 5 Testate zu bestehen, aber macht euch keinen Stress. Vieles hängt sowieso vom Prüfer ab.
PS: Für alle die es kreativ mögen, ist das Malbuch Anatomie ein absolutes Muss 🙂

Prüfungen: 5 mündliche Testate alle 2 Wochen (am Präparat)
Materialien: duale Reihe, Sobotta Atlanten + Lernkarten, Lehmanns Facts, Endspurthefte, Modelle/Skelett, Schloss (Spind), 1-2 Kittel, Einmal-Kittel, Handschuhe, Präparieratlas Sobotta
Tipp: zu zweit lernen und gegenseitig erklären! Sobotta Lernkarten + Smartmedix Karten

2.  Chemie

Für Chemie habe ich das Praktikumsheft, das Skript und das Buch Chemie für Mediziner von Zweck benutzt. Teilweise habe ich auch mit Endspurt oder auch MediLearn oder anderen Chemiebüchern wie z.B. Erste Hilfe Chemie & Physik gelernt, jedoch nur punktuell für bestimmte Themen, wo ich einfach noch mehr Erklärungen benötigt habe.
Ansonsten habe ich mir auch für Chemie wieder meine eigene Zusammenfassung und Lernkarten geschrieben und mit Kommilitonen gemeinsam gelernt.

Im 2. Semester gab es außer die Vorlesungen für das Praktikum keine Vorlesungen, sondern lediglich das Praktikum. Das Chemie Praktikum fand alle 2 Wochen statt. Und obwohl ich Chemie wahrlich nicht kann und mag, hat es mir sogar ein bisschen Spaß gemacht. Ich habe mir von einer Freundin aus dem höheren Semester das alte Praktikumsskript geliehen und vor jedem Praktikum die Lücken, die man vorher gelöst haben sollte ausgefüllt. Außerdem habe ich mir in der Mittagspause vor dem Praktikum durchgelesen, worum es geht und was wir machen müssen. Das war immer ganz hilfreich, denn dann ist man schneller fertig und kann zeitiger los. Das Praktikumsskript zu besitzen ist übrigens Pflicht und in jedem Praktikum mitzuführen. Die Versuche sind relativ simpel (und das sage ich, als absolute Chemie-Pfeife). Am Ende des Praktikums muss man sich die Versuche von seinem Leiter abnehmen lassen und unterzeichnen lassen. Auch bei diesem Praktikum laufen Tutoren (Chemiestudenten) rum und helfen. Sie sind wirklich lieb und man kann ruhig ehrlich zugeben, wenn man keine Ahnung hat. In Chemie arbeitet man übrigens in 2er oder 3er Gruppen, also könnt ihr euch vorher schon mit jemanden, der die gleiche Kursgruppennummer hat zusammenfinden.
Einmal im gesamten Praktikum hat mein ein mündliches Testat. Je nachdem wie eure Leiter drauf sind ist das schwer und ernst zu nehmen oder auch nicht. Ich hatte das Glück, dass ich von der Chemiestudentin, die uns betreut hat gemeinsam mit meiner Gruppe geprüft wurde und so nicht auffiel, dass ich keine Ahnung habe .. wobei hmm .. wahrscheinlich viel es schon auf, aber sie war nett und hat uns durchgelassen. Ich habe aber auch nur von seeeeehr wenigen gehört, dass sie beim nächsten Mal nochmal ranmussten. Also da braucht ihr euch wirklich keinen Stress machen. Lest euch einfach vorher durch, was das Thema ist und dann kann man sich meistens schon denken was sie fragen. Oft betrifft es direkt den Versuch (also nichts was man auswendig lernen muss) oder so Sachen wie „Sicherheit und Schutz “ oder sowas.
Zu den Versuchen: Die Anleitungen waren sehr eindeutig und man konnte kaum was falsch machen – und falls doch hat man einfach von vorne angefangen. Meistens musste man irgendwas mischen und machen, um rauszufinden, welche Ionen in der „unbekannten“ Flüssigkeit sind. Falls man gar nicht vorankommt werden auch gerne ein paar kleine Tipps gegeben :p
Zur Klausur: Ich habe mir für die Klausur das Skript und Endspurtheft zusammengefasst und somit die Theorie gelernt. Außerdem habe ich mir eine A4 Seite geschrieben mit allen theoretischen Fakten, die in den Altklausuren so abgefragt wurden und die ich definitiv auswendig können muss (z.B. Diagramme, einen Teil des Periodensystems,..). Und ansonsten habe ich lediglich die Altklausuren gemacht. Wenn man die ordentlich und in Ruhe durcharbeitet ist man super vorbereitet, da sich die Aufgaben sehr ähneln und sich teilweise wiederholen. Außerdem habe ich die Blätter der Chemiewebseite mit den Strukturen auswendig gelernt.

Prüfungen: 1 mündliches Testat + Anfang des Semester die Klausur über die Vorlesungen des 1. Semesters
Materialien: Praktikumsskript, Kittel, 1€ Pfand für den Spind, Chemie für Mediziner (Zeeck), Endspurtheft
Tipp: Skript vorher ausfüllen und die Versuchsbeschreibung vorher lesen.

 

3. Physik 

Auch in Physik gab es ein Praktikum. Dafür gab es genau wie für Chemie ein Praktikumsskript, was man vorher kaufen musste. Es ist hilfreich sich ein ausgefülltes Heft von einem älteren Studenten zu leihen, um schon mal einen kleinen Einblick in den Versuch und in die ungefähren Werte, die am Ende rauskommen müssen zu bekommen. Jedoch sollte man auf keinen Fall den Fehler machen und das Skript vorher ausfüllen, denn sollte der Leite das mitbekommen, kann es mächtigen Ärger geben (auch mit dem ausgefüllten Skript neben dem eigenen sollte man sich nicht erwischen lassen). Es gibt insgesamt 12 Versuche aus allen Themengebieten. Manche Versuche sind leichter, andere schwieriger. Aber alle sind machbar, auch für jemanden, der Physik nicht im Abi hatte. Da man sowieso jede Woche zum schriftlichen Testat (5 Fragen, 3 davon muss man zum Bestehen richtig haben) rankommen kann (meistens wird das gelost), muss man sich auf jedes Praktikum vorbereiten. Wenn man die Theorie im Heft und die Arbeitsblätter der Physik Webseite lernt, ist man bestens vorbereitet. Ich fand es hilfreich mir für jedes Praktikum eine Karteikarte mit den Formeln und der Theorie zu machen, da man am Ende des Semester ein praktisches Abschlusstestat hat und dann sowieso nochmal alles lernen muss.
Ansonsten läuft das Praktikum jedes Mal gleich ab. Je nach Leiter hat ma+n entweder eine kurze Einführung oder startet direkt selbstständig mit seinen Aufgaben, die auch wie in Chemie detailliert und relativ simpel im Heft erklärt sind. Im Physikpraktikum arbeitet man immer in 3er Gruppen. Man wird zu anfangs anhand seiner Kursgruppe in zwei Hälften geteilt und kann sich dann aus den Leuten, die in der eigenen Hälfte sind 2 Partner aussuchen. Alle 3 Wochen wechselt man den Raum, da es pro Raum nur 2 Versuche gibt. Am Ende jedes Praktikums muss man sich die Werte vom Leiter abnehmen lassen und bekommt somit in seine Karte (die man jedes Mal mitbringen muss) die Unterschrift. Sollte man bei einem Versuch nicht weiter wissen, ist es auch keine Schande sich zu melden und zu fragen, dafür sind die Leiter da 🙂
Genau wie in Chemie gab es im 2. Semester keine Vorlesungen mehr.
Das Praktikum fand jede Woche ein Mal statt – achso, wie oft man im Testat dran kommt ist unterschiedlich. Manche kommen 2-3 mal dran, andere sogar 5mal. Das Los oder der Leiter entscheidet. Sollte man nicht bestehen, hängte es von jedem Leiter ab, ob man das Praktikum dann nachholen muss und nicht teilnehmen darf oder ob man das nächste Mal einfach erneut dran kommt und es ausgleichen kann.

Zum Abschlusstestat: Davor macht man sich glaube ich mehr Stress, als es im Endeffekt wirklich ist. Bei uns wurde zu Beginn der Prüfung ausgelost, in welchem Raum und somit auch von welchem Prüfer man geprüft wird. Im Raum selber wird dann nochmal gelost, welchen Versuch man bekommt. Mitnehmen darf man sein Praktikumsskript (in das man übrigens alles mögliche schreiben darf) und einen Taschenrechner. Man bekommt dann ein Aufgabenblatt mit einer Teilaufgabe des Versuchs. Anhand des Praktikumsheftes kann man genau nachlesen, wie der Versuch nochmal ablief und ihn genau so machen. Wenn man fertig ist, lohnt es sich auf jeden Fall nochmal die Werte mit denen, die man damals raushatte (im Heft) zu vergleichen. Falls man nämlich völlig daneben liegt, sollte man nochmal schauen, ob man alles richtig gemacht hat (das muss aber nicht so sein, es kann auch sein dass sie die Zahlen geändert haben). Als ich fertig war habe ich die Zeit nochmal genutzt und mir die Theorie zu dem Thema im Skript durchgelesen (ich habe mir da vorher das wichtigste markiert und zusätzliche Infos dazu geschrieben) und mich erst dann gemeldet, denn sobald man sich meldet kommt der Prüfer, nimmt den Versuch ab und stellt noch 1-3 Fragen zum Versuch. Wenn man sich gut vorbereitet hat und alle Versuche + die Theorie nochmal durchgegangen ist, ist das wirklich nicht schwer (deutlich leichter als alle anderen Prüfungen). Nachdem man den ersten Versuch geschafft hat wechselt man den Raum und bekommt einen neuen Prüfer + neuen Versuch. Das gleiche Spiel nochmal. Wenn man dann fertig ist, hat man es aber geschafft. Übrigens hat man an sich nur 15 min pro Versuch, aber bisher habe ich noch nicht mitbekommen, dass die Zeit zu knapp war oder die Prüfer exakt nach 15min vor einem standen. Oft sind die Prüfer noch mit den anderen, schon fertigen Studenten beschäftigt. Welche Ergebnisse man pro Versuch und pro mündliche Fragen haben muss, um zu bestehen könnt ihr auf der Physik-Webseite nachlesen. Alles machbar – und wenn nicht dann beim 2. Mal (was im übrigen im Oktober vor dem 3. Semester wäre, genau wie die Nachholklausuren für Physik und Chemie).
Zur Klausur: Für Physik ist es am besten alle Formeln auswendig zu lernen (auch wenn das echt öde ist) und erst dann anzufangen mit dem Üben, denn das bringt erst was, wenn man alle Formeln kann. Ich selber habe, nachdem ich alle Formeln konnte nochmal die Seminaraufgaben aus dem 1. Semester gemacht, das Übungsbuch von Harms und einige wenige Aufgaben aus dem 1. ÄP Übungsbuch und ein paar von den 400 interaktiven Aufgaben der Physikwebseite. Da ich zum Ende hin in Zeitnot geraten bin, konnte ich die 400 Aufgaben nicht beenden und habe auch nicht das ganze 1. ÄP Buch geschafft. Falls jedoch genug Zeit ist, würde ich das raten 🙂 Außerdem ist es hilfreich dann zur „Probe“ die Altklausuren durchzugehen. Sollte man da fast alle Aufgaben können, ist man bestens vorbereitet! Ich habe jeden Abend dann noch ein bisschen Theorie gelesen (Mitschriften der Vorlesung und das Praktikumsheft) und die Formeln immer wieder wiederholt. Wenn man das so durchzieht, sollte nichts schief gehen 🙂 Achso, dass man anfangs bei vielen Aufgaben keinen Plan hat und viele Fehler macht ist normal. Es braucht Zeit bis dieses „klick“ kommt und man den Aufgabentyp versteht. Einfach weiter üben und nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Prüfungen: schriftliche Testate (per Los), Anfang des Semesters Teil 2 der Klausur des 1. Semesters + großes praktisches Abschlusstestat
Materialien: Praktikumsskript, Ausdrucke der Physikwebseite, Taschenrechner, Physik für Mediziner (Harms) + Übungsbuch (Harms), 1. ÄP Physik
Tipp: Sucht euch eine coole Gruppe aus, denn schließlich müsst ihr 12 Praktika bestreiten! Und bereitet euch wirklich jedes Mal vor, das Abschlusstestat wird’s euch danken – und passt gut auf bei den Versuchen, ihr müsst die irgendwann auch alleine können.

 

4. Histologie 

Histologie teilt sich in 2 Teile auf. Im 1. Semester hat man die allgemeinen Themen wie z.B. Zellen und Gewebe und im 2. Semester dann die Organe. Am Ende des Semesters steht jeweils eine Klausur an, die 10 Textfragen und 15 Bildfragen beinhaltet. Ein Mal pro Woche steht der Histokurs an. Dabei hat mikroskopiert jeder mit seinem eigenen Mikroskop gemeinsam mit dem Dozenten die verschiedenen Präparate. Der Dozent erklärt dabei, was man erkennen soll und was man alles wissen sollte. Ich selber bin vom Histokurs sehr enttäuscht, da man diesen viel besser und verständlicher gestalten kann. Ich habe wenig verstanden und hatte kaum Motivation, da es mir einfach keinen Spaß gemacht hat. Ein Fehler meinerseits war, dass ich mich nicht jedes Mal vorbereitet habe, da ich mich mehr auf die anderen Fächer konzentriert habe. Daher würde ich raten, sich vorher mit der Thematik zu beschäftigen und erst dann zu mikroskopieren. Außerdem ist es vielleicht hilfreich sich zu jedem Thema bereits eine Übersicht zu machen, sodass man nicht kurz vor der Klausur alles auf einmal machen muss. Außerdem kann man dann mehr verstehen und besser mitarbeiten.
Mir persönlich hat das Skript, dass man sich für Histologie kaufen soll nichts gebracht, jedoch muss das jeder für sich wissen. Ich fand am hilfreichsten das Kurzlehrbuch Histologie, da das kurz, knapp und verständlich ist. Der Welsch und Lüllmann-Rauch ist auch super, jedoch sind beide Bücher deutlich dicker und somit zum schnellen Lernen nicht so geeignet. Ich habe sie aber trotzdem für die Bilder und Themen, die ich nicht verstanden habe genutzt.
Außerdem ist das Online Programm auf der Anatomie Webseite für Histologie sehr hilfreich. Dort gibt es alle Präparate mit Beschriftungen und Infos. Des Weiteren gibt es den sogenannten „Case Viewer“. Im 1. Semester kann man sich von den Histologie-Leitern einen Stick leihen mit dem Programm und allen Präparaten, die man sich dann abspeichern kann und somit auf dem PC mikroskopieren kann. Zum Üben ist das wirklich super!
Für die Klausur habe ich so gelernt, dass ich mir anhand von den Büchern und dem Endspurt Skript und dem Online Programm eine Zusammenfassung über alle Themengebiete und Präparate gemacht. Danach habe ich mir diese Zusammenfassung genommen und gemeinsam mit dem Case Viewer die Präparate noch einmal mikroskopiert und geschaut, was ich alles erkennen soll und versucht alles zu finden.
Ansonsten weiß ich, dass Histologie eines der Fächer ist, das den Studenten am schwersten fällt (zumindest das, was ich bisher mitbekommen habe). Also versucht ganz in Ruhe eure Lernmethode rauszufinden und euch nicht unter Druck setzen zu lassen. Falls ihr nicht voran kommt und keinen Plan habt, dann seid ihr nicht allein mit dem Problem. Ich fand es sehr hilfreich nach und nach alles durchzuarbeiten und bei 0 anzufangen, also wirklich bei den Basics.

Prüfungen: Abschlussklausur
Materialien: Lüllmann-Rauch, Welsch, Kurzlehrbuch Histologie, Histologieskript, Case Viewer, Online Programm
Tipp: Vorbereiten, versuchen alles nachzuvollziehen und zu erkennen – und nicht verrückt machen lassen! Und bei der Klausur zeitiger kommen, um sich einen guten Platz zu sichern. Schließlich muss man viel erkennen können 😀 Sobotta Lernkarten

5. Psychologie

Im 2. Semester hat man jeden Morgen eine Psychologie Vorlesung. Die Seminare und Klausuren folgen jedoch erst im 3. Semester. Da ich sowieso kein Vorlesungsgänger bin, da mir das nichts bringt, kann ich euch dazu bisher wenig bis gar nichts sagen.

So, ich hoffe ich konnte euch damit ein bisschen die Angst vor dem 2. Semester nehmen und euch viele Informationen geben. Falls noch irgendwelche Fragen offen sind, könnt ihr mir jeder Zeit schreiben! 🙂

Eure Stephy 🙂



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