Erste Woche im ersten Semester

Erste Woche im ersten Semester

Hallo ihr Lieben,

mittlerweile befinde ich mich in der zweiten Woche meines Medizinstudiums. Und da ich mir vor einer Woche (bzw. jetzt eigentlich immer noch) gewünscht hätte, dass jemand in seinem Blog über die Ersti-Woche, das 1. Semester usw. schreibt, habe ich beschlossen das einfach selbst zu tun. Dann könnt ihr, also wenn ihr wollt natürlich, mein Studium ab dem ersten Semester ein bisschen verfolgen und miterleben. Und vielleicht hilft es ja früher oder später mal dem ein oder anderen Ersti oder so 🙂

Meine Ersti-Woche war im groben und ganzen eigentlich ganz lustig: Am ersten Tag hatten wir so eine allgemeine Einführung mit dem ganzen organisatorischen Zeug. Sprich wie man sein Benutzerkonto einrichtet, wie man das WLAN einrichtet usw. Das war ziemlich langweilig .. Am zweiten Tag wurden wir dann in unserer Seminar- und Kursgruppen eingeteilt. Mit der haben wir dann direkt eine Stadtrallye gemacht und sind die für Mediziner wichtigsten Orte (z.B. Anatomie Gebäude, Hörsäle, Bibliotheken, …)  der Stadt abgelaufen. Zwischendurch gab es an jeder Station ein Spiel (und ziemlich viel zu trinken!! 😀 ), was meist von älteren Medizinern angeboten wurde. Dadurch haben wir uns alle schon so ein bisschen kennengelernt und was natürlich auch echt praktisch war: wir konnten uns mit älteren Medizinstudenten austauschen und sie mit allen möglich Fragen löchern! An den anderen Tagen hatten wir dann nur noch diverse Infoveranstaltungen (wo sich irgendwelche Projekte vorstellen usw.) und die Einführungsvorlesungen der Professoren. In den Einführungsvorlesungen haben wir dann die ganzen Passwörter für die Vorlesungen und Materialien online bekommen, Buchempfehlungen usw. – also macht euch vorher nicht verrückt, es wird alles genauestens angesagt und vieles steht auch nochmal im Internet. Und meistens gibt es ja eh irgendwelche aus dem Jahrgang, die alles in die Facebook- oder WhatsApp Gruppen nochmal rein schicken. Also irgendwie erfährt man immer alles – egal wie 🙂

Die erste Woche vom ersten Semester war ziemlich anstrengend und stressig, weil man zwischendurch noch so viel zu erledigen hatte und ziemlich überfordert war mit einigen Vorlesungen. Mir fiel (bzw. immer noch!) es ziemlich schwer erstmal wieder rein zu kommen in diesen „Lernalltag“. Also wieder mitzuschreiben, Infos aufzunehmen, zu lernen usw. Durch mein „Findungsjahr“ ist das ja doch schon ein paar Monate her mit dem Abi! Ich habe jedenfalls in den meisten Vorlesungen nur „Bahnhof“ verstanden und bin am Ende mit einem Matschkopf, Handschmerzen vom vielen Schreiben und Kopfschmerzen von der stickigen Luft raus gegangen. Aber hey – alle älteren meinten, dass das total normal sei. Und als ich mich mit meinen Kommilitonen ausgetauscht hatte, wurde mir auch nochmal klar, dass es fast allen so ging/geht. Das beruhigt dann immer schon mal ein bisschen, oder? 🙂 Also mich zumindest!
Dadurch, dass man nebenbei noch einige Termine hat und noch nicht im Kopf hat wo man wann hin muss bzw. manche Gebäude noch suchen muss und alles noch drunter und drüber läuft, ist man manchmal ein wenig gestresst. Aber jetzt in der zweiten Woche habe ich gemerkt, dass zumindest diese „nebenbei – Termine“ weniger werden .. also damit meine ich dieses Bücher kaufen, Skripte holen, Infoveranstaltungen, Treffen von Projekten, … Aber wenn man die erste Woche dann hinter sich hat, ist man doch stolz und froh! 🙂
Ich selber muss ziemlich viel nacharbeiten, weil ich kein Physik und Chemie im Abitur hatte (also falls es euch genauso geht: es geht sehr vielen so! Also macht euch keinen Kopf und studiert trotzdem Medizin. Das packt man schon irgendwie .. hoffentlich 😀 ). Dadurch sitze ich nach der Uni meistens noch einige Zeit an den Fächern. Außerdem bin ich absolut ein visueller Lerntyp, weshalb ich mir alles gerne nochmal ordentlich abschreibe oder mir Übersichten schreibe – aber das kostet halt Zeit. Und wenn mir eines nach der ersten Woche klar geworden ist: Man kann nicht alle Fächer zu 100% nacharbeiten, vorbereiten usw. Das schafft man einfach nicht (und wenn dann hält man das, glaube ich, nicht lange durch). Ich denke, dass das wichtigste ist, dass man ruhig bleibt, das Leben genießt, weiterhin seine Hobbys ausübt und sich Leute sucht, mit denen man auf menschlicher Ebene gut klar kommt, die einen runter bringen und mit denen man sowohl gut zusammen arbeiten/lernen kann, als auch mal über was anderes reden kann. Aber das wird sich sicher auch noch im Laufe der Zeit ergeben .. Also nehmt euch auf JEDEN FALL ausreichend Zeit für euch. Denn besonders die Zeit für mich hat mich durch die erste Woche gebracht – meine Zeit: Yoga machen, Zeitschriften lesen, entspannen, ins Fitnessstudio gehen, kochen usw. Auch wenn dadurch manchmal 1 Stunde vom Nachbereiten „verloren“ geht, geht sie im Endeffekt nicht verloren, sondern ganz im Gegenteil, ich habe das Gefühl sie kommt oben drauf. Nach dieser Zeit ist man viiiiiiel produktiver und kann effektiver arbeiten – wirklich! 🙂
In der ersten Woche hatte ich noch keine Seminare und auch keine Praktika, sondern nur Vorlesungen. Jetzt in der zweiten Woche haben die ganzen Seminare begonnen. In den meisten Seminaren kontrollieren wir Übungen, die wir zu Hause machen sollten oder machen irgendwelche Übungen zu den Vorlesungen. Ist also ganz praktisch. Achso: In den Vorlesungen ist keine Anwesenheitspflicht, dafür aber in den Seminaren! Wobei ich finde, das man auch zu den Vorlesungen gehen sollte .. zumindest die ersten Wochen. Dann kann man ja immer noch entscheiden, ob man weiterhin geht oder nicht.
Es gibt unterschiedliche Lerntypen (Vorlesung –> Selbststudium, im Buch lesen –> selber schreiben usw.) – man sollte auf jeden Fall spätestens jetzt versuchen so schnell es geht rauszufinden, welcher Lerntyp man ist, sodass dann nichts mehr schief gehen kann 🙂
Nach der ersten Woche war ich echt ziemlich geschafft und auch genervt, weil ich mich gefragt habe, wie das alles werden soll und wie ich das vor allen Dingen schaffen soll! Aber ich bleibe positiv (ich glaube das macht das Yoga übrigens!) und das solltest du auch, egal was du studierst bzw. machst 🙂 In der Ruhe liegt die Kraft!

In diesem Sinne – einen schönen restlichen Abend und alles Gute, bei was auch immer! 🙂
Deine Stephy



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