Praxistage bei meiner Patenärztin

Praxistage bei meiner Patenärztin

Hallo ihr Lieben 🙂

Ich hoffe ihr hattet ein tolles Wochenende und eine erfolgreiche Woche. Und vor allem: Ich hoffe ihr habt auch so wunderbares Wetter wie ich!
Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, habe ich am Montag und Dienstag ein Praktikum in einer Praxisgemeinschaft in Plauen gemacht. Über meine Uni bin ich in das Projekt „LeiKA“ gekommen und habe das große Glück eine Patenärztin zu haben. Diese durfte ich dann diese Woche endlich kennenlernen – und ich bin wirklich mehr als glücklich! Sie ist eine absolut tolle Ärztin, die mir viel erklärt und beigebracht hat und auch einiges selber ausprobieren lassen hat. Die Praxis ist im Zentrum und total schön aufgebaut. Was mich am meisten überrascht hat waren die Wartezeiten, denn (zumindest während ich da war) mussten die meisten Patienten im Durchschnitt nur 10-15 min warten bis sie drankamen – und das, obwohl sie mir nach jedem Patienten noch zusätzliche Infos gegeben hat! Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber in den meisten Arztpraxen, die ich besucht habe musste ich 30 min – 1,5h Wartezeit einplanen.

Aber jetzt mal eins nach dem anderen:

Was genau ist eigentlich das „LeiKA“ Projekt? Im Grunde genommen ist es für Medizinstudenten, die sich vorstellen können später mal eine eigene Praxis zu haben und in die Allgemeinmedizin zu gehen. Das ist aber nichts verpflichtendes, sondern lediglich ein Projekt neben dem Studium. Zum Projekt gehört ein Mal pro Semester ein Seminar am Wochenende zu einem Thema, dass das Semester und die damit verbundenen Fähigkeiten in einer Arztpraxis betrifft. Außerdem gehören 2 Praxistage (pro Semester) bei unseren Patenärzten dazu – und das war es auch schon! Wer möchte kann sich freiwillig noch mehr in dem Projekt engagieren und es außerdem, bei bestandener Klausur als Wahlfach anrechnen lassen (und das ist echt praktisch!). Begleitend zu dem Projekt hat jeder von uns ein kleines Heft am Anfang bekommen, das sich mit der Zeit füllen soll. In dem Heft stehen sämtliche Informationen zu den Fähigkeiten, die wir erlernen sollen (z.B. Normwerte für Blutdruck, Blutzucker oder eine Anleitung zum EKG anlegen oder Blutabnehmen usw.), sowie eine Liste mit Aufgaben, die wir in der Praxis erledigen sollen (Blutabnehmen, EKG anschließen, Lunge und Herz auskultieren, Rachen untersuchen, Anamnesegespräche, …). Das alles muss natürlich von der Ärztin abgezeichnet werden. Das Projekt zieht sich über das gesamte Studium und ist für jedes Semester angepasst.
Meine Erfahrungen und Erlebnisse während der Praxistage:
Am Montag startete der Tag 8 Uhr in der Praxis. Mein erstes Erlebnis? Die Schlange vor der Praxistür war schon elendig lang und als ich mich zur Tür vor schleichen wollte wurde ich direkt von Patienten angepöbelt, dass ich mich doch hintenanstellen solle und sie nicht umsonst hier stehen würden. Aber nun ja, so ist das mit den Menschen! Nachdem sich das Praxisteam (was total lieb und nett ist!) und ich bekannt gemacht haben saß ich zunächst bei einigen Anamnesegesprächen bei der Ärztin mit drin und habe einfach zugehört und zwischendurch Fragen gestellt. Nach 3-4 Patienten war es dann soweit, dass ich den Rachen untersuchen, Blutdruck und Puls messen und die Lunge auskultieren durfte.
Anfangs war ich mir echt unsicher und habe mich nicht so richtig getraut, aber umso häufiger ich das alles gemacht habe, umso sicherer wurde ich und umso mehr habe ich mir zugetraut. Gegen Mittag durfte ich dann sogar die ersten Anamnesegespräche alleine machen und der Ärztin danach meine Ergebnisse vorstellen (natürlich hat sie dann alles nochmal kontrolliert und selbst diagnostiziert). Super war, dass ich dabei alleine im Zimmer war und somit ganz in Ruhe und ohne viel Aufregung sprechen konnte. Außerdem durfte ich dann auch das 1. Mal Blutabnehmen. Und es hat zum Glück geklappt! 🙂 In der Mittagspause habe ich dann in mein Hotel eingecheckt (ein riiiiesiges Dankeschön nochmal dafür!) und erstmal was gegessen. Plauen ist gar nicht mal so übel! Nach der Pause ging es dann mit dem Auto weiter – es standen 6 Hausbesuche an. Einige davon waren in Pflegeheimen, andere bei den Patienten zu Hause. Auch das war wirklich sehr interessant, da ich vorher noch nie bei Hausbesuchen dabei war. Es war schön zu sehen, wie sehr sich die Patienten über unseren Besuch gefreut haben und wie wichtig die Arzt-Patient-Beziehung ist, denn die meisten wollten einfach nur reden und waren froh, dass jemand da war.
Am Abend hatte ich dann die Gelegenheit bei einer Ärzteweiterbildung teilzunehmen und mir einen Vortrag zum Thema Medikamente gegen Thrombose anzuhören. Natürlich habe ich vieles nicht verstanden, aber einfach dabei gewesen zu sein und noch mehr Ärzte kennengelernt zu haben hat sich gelohnt! Im Anschluss war noch ein Abendessen auf dem Plan, was mir nochmal ein bisschen Spannungen und Angst vor dem Studium genommen hat. Es tat gut zu hören, dass die Ärzte mir Mut zugesprochen haben und mir von ihren Erfahrungen erzählt haben. Im Endeffekt kommt es nicht darauf an, wie man welche Prüfung und bei welchem Versuch besteht und auch nicht, mit welcher Note man das Physikum macht. Denn das macht keinen guten Arzt aus! Durch das Studium muss man einfach durch – besonders durch die ersten zwei Jahre. Alle am Tisch fanden das besonders schwer und haben lachend darüber erzählt, wie ihre Tricks damals waren und wo sie überall durchgefallen sind. Am Ende sitzen wir alle im gleichen Boot!
Leider musste ich mich an dem Abend schon von meiner Patenärztin verabschieden, da sie am nächsten Tag mit dem Palliativteam unterwegs war. Es tat wirklich gut zu viel Unterstützung von ihr zu bekommen. Das ist ein bisschen, als ob ich eine Mama für das Studium hätte. Ich finds jedenfalls prima 🙂
Am Dienstag ging es dann bei dem Arzt, mit dem sie die Praxisgemeinschaft zusammen hat weiter. Auch er ist ein total toller Arzt! Er hat mir vieles erklärt (besonders Anatomie) und hat mich alles Mögliche ausprobieren lassen. Ich habe am Dienstag erstmalig ein EKG allein angeschlossen, wieder ein paar Mal Blut abgenommen, Blutdruck gemessen, Anamnese gemacht usw. usw. Es war absolut lehrreich! Das Highlight an dem Tag war eine Sonographie, bei der er mir alles genau erklärt und gezeigt hat.
Die beiden Tage sind so schnell vergangen! Das war wirklich schade. Aber ich freue mich schon sehr auf das nächste Mal.

 

Ich kann das jedem empfehlen, denn gerade in den ersten Semestern kommt einem das Studium sehr trocken vor und man verliert die Motivation. Genau für sowas sind solche Praxistage super, denn dieses Gefühl, was man bekommt, wenn man auf dem Arztstuhl sitzt und die Patienten befragt, zeigt einem dann wieder, wozu man so viel lernen muss und möchte. Außerdem lernt man vieles dazu und kann selber tätig werden. Besonders sowas wie Blutabnehmen oder Blutdruckmessen kann man nie genug machen.

Und selbst wenn es dieses Projekt nicht an allen Unis gibt, kann man das bestimmt auch auf eigene Faust machen. Einfach mal in einer Arztpraxis nachfragen, besonders die Lehrpraxen freuen sich sicher über motivierte und wissbegierige Studenten 🙂

Falls ihr genauere Infos zu der Arztpraxis oder irgendwas haben möchtet, schreibt mir einfach!

Bis dahin,

Stephy 🙂

 



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